Sie befinden sich hier

22.04.2013 15:25

Fachwelt traf sich beim Internationalen Forum Reitböden des HCCG

Quelle: HCCG

Hochkarätiger hätte die Expertenrunde beim „Internationalen Forum Reitböden“ kaum sein können.
Einhelliges Credo der mehr als 50 Fachleute aus Wissenschaft, Veterinärmedizin, Hufbeschlagswesen, Industrie und Praxis: Es gibt noch jede Menge Forschungsbedarf auf diesem Gebiet und der interdisziplinäre Austausch der einzelnen Bereiche muss gefördert werden.

Eindrucksvoll wusste Hauptreferent Prof. Dr. Lars Röpstorff darzustellen, wie die Beschaffenheit und die Qualität von Reitböden die Leistung, aber auch das Verletzungsrisiko für die Pferde beeinflusst. Der gebürtige Däne, der an der Universität im schwedischen Uppsala lehrt und unter anderem Bodenberater der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI ist, konnte dabei auf ein Forschungsprojekt mit insgesamt 50.000 Trainingstagen zurückgreifen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus: Einen einzigen Reitboden, der ideal für alle Disziplinen und Gelegenheiten geeignet ist, gibt es nicht. Der gewählte Boden sollte immer den jeweiligen Verwendungszwecken angepasst sein. Auch zeigte sich bei der Analyse der Daten, dass ein abwechslungsreiches Training, das auf Dressur, Springen, Geländereiten und dem Reiten auf möglichst verschiedenen Böden abstellt die beste Verletzungsprophylaxe für die Pferde ist. Häufig unterschätzt wird nach seiner Meinung auch die Bedeutung der Bodenbewässerung. Viele Reitböden würden ihre Leistungsfähigkeit schnell verlieren, wenn sie nicht angemessen bewässert werden.
 
Nicht minder spannend war der Vortrag von Prof. Thomas Heinrich von der Hochschule Osnabrück. Heinrich, der seit dem Jahr 2005 an der Hochschule den Bereich Forschungsprojekte zur Qualität von Reitplätzen leitet, stellte den Teilnehmern verschiedene Methoden vor, wie die Beschaffenheit von Reitböden geprüft werden kann. In den vergangenen Jahren hat er eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem Thema betreut und koordiniert. Nach Professor Heinrichs Auffassung ist es dringend notwendig, dass sich Fachleute aus den verschiedensten Bereichen wie etwa Veterinärmedizin, Physiotherapie, Bodenpflege, Hufpflege, Industrie oder Bauwesen mit der Wissenschaft und dem Sport austauschen, um das Wissen rund um das Thema Reitböden zu erweitern.
 
Auch die anschließende Diskussion mit renommierten Experten aus diesen Branchen brachte manche interessante Anregung. Dr. Jan-Hein Swagemakers etwa, Mannschaftstierarzt der deutschen Springreiter, wusste zu berichten, dass er beobachtet habe, dass auf den Turnieren für manche Probleme der Boden verantwortlich gemacht werde, die ihren tatsächliche Ursprung viel eher im heimischen Training oder in der Pferdehaltung hätten. Für etliches Schmunzeln sorgten die recht unterhaltsamen Schilderungen von Bodenpflege-Fachmann Karsten Koch. Doch in einem Punkt mussten ihm alle Teilnehmer zustimmen. Der beste Boden ist nur so gut wie seine regelmäßige und fachgerechte Pflege.


 

Kontextspalte

Veranstaltungen

Betriebsleiter unter sich - Seien Sie dabei!                                                     Fachrunde der Pferdebetriebe

Die Reiställe der Welt erobern? - Kein Problem!                          Equine Management Certificate